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Shark Info 4 / 00   (15.12.2000)

Author

  Intro:

Freitauchen mit Grosshaien

Shark Info

  Hauptartikel:

Freitauchen mit Grosshaien - Unfug oder Notwendigkeit?

Dr. E. K. Ritter

  Artikel 1:

Die Liste bedrohter Haiarten: Wie hilfreich ist sie wirklich?

Shark Info

  Artikel 2:

Initiative zum Verbot von Haifüttern in Florida abgelehnt

Richard Finkus

  Artikel 3:

Gesetz gegen Finning in US-Gewässern vom amerikanischen Senat verabschiedet

Shark Info

  Fact Sheet:

Riesenhaie

Dr. E. K. Ritter


Gesetz gegen Finning in US-Gewässern vom amerikanischen Senat verabschiedet

Von Shark Info

Am 7. Dezember 2000 wurde ein Meilenstein für den Haischutz gelegt. In sämtlichen US-Gewässern, speziell in den pazifischen Regionen und Hawaii, wird Finning von Haien gesetzlich verboten.

Finning ist die grausame und verschwenderische Praxis, Haien, oft bei lebendigem Leib, die Flossen abzuschneiden und die Rümpfe unverwertet zurück ins Meer zu werfen. Da die Flossen nur einen geringen Teil des Körpergewichts ausmachen, werden so 93-96% des Haifleisches ungenutzt weggeworfen. Der Hauptmarkt für Haiflossen ist Asien, wo eine Schale Haiflossensuppe bis 100 Dollar kosten kann. So werden jährlich hunderttausende von Haien weltweit und zehntausende allein im pazifischen Teil der US-Küstengewässer gefinnt.

Da Haie sich sehr langsam fortpflanzen, trifft sie eine derart massive Befischung besonders stark. Aus diesem Grund hat das US-Wirtschaftsdepartement (Department of Commerce) bereits 1993 einen Stop dieser Praxis in den atlantischen US Hoheitsgewässern, der Karibik und im Golf von Mexiko veranlasst. Von diesem Verbot ausgenommen waren bisher nur die pazifischen Regionen, in denen diese Technik vor 10 Jahren noch einen geringen Stellenwert hatte. In den letzten Jahren ist jedoch der Anteil von Finning in den pazifischen und vor allem den hawaiianischen Gewässern enorm gestiegen. So nahm die Zahl der getöteten Haie im pazifischen Teil von 1991 bis 1998 um 2500% zu. Die Schätzung lag 1998 bei rund 60 000 gefinnten Blauhaien (Prionace glauca), eine der bevorzugten Hochseearten.

Shark Info berichtete verschiedentlich in den Kurznachrichten über den Kampf um das generelle Verbot von Finning in US-Gewässern. Die Gesetzesvorlage (Shark Finning Prohibition Act, H.R. 5461) fordert ein Verbot des Finnings in den gesamten US-Gewässern (200 Meilenzone) und soll zudem auf internationaler Ebene Kooperationen gegen Finning fördern. Das Gesetz soll nicht nur Finning verbieten, sondern auch generell das Landen von Flossen in Häfen, ohne dass sich auch die Haikörper an Bord befinden. Dies soll verhindern, dass kleinere Fangschiffe weiterhin Finning betreiben, denn Haikörper haben, verglichen mit den Flossen, einen geringen Marktwert, ein hohes Gewicht und nehmen zudem viel Platz auf den kleinen Schiffen weg.

Der Gesetzenentwurf wurde dem Senat durch die Senatoren Kerry, Snowe und Hollings vorgelegt und am 7. Dezember vom US-Senat verabschiedet, nachdem das Repräsentantenhaus ihn bereits im November dieses Jahres akzeptierte. Der Gesetzesentwurf muss noch vom Präsidenten unterschrieben werden, um geltendes Gesetz zu werden.

Veröffentlichung nur mit Quellenangabe: Shark Info / Shark Info



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modifiziert: 04.06.2016 10:48